Dauerhafte Neueinstellungen im Vereinigten Königreich sind zum ersten Mal seit September 2022 gestiegen. Diese Entwicklung kommt nur wenige Tage, nachdem ein stärkerer als erwarteter US-Arbeitsmarktbericht die Erwartungen an Zinserhöhungen der Federal Reserve deutlich steigen ließ.
Für Investoren ergibt sich dadurch eine seltene Möglichkeit, zwei große Volkswirtschaften direkt zu vergleichen. Die britische Personalbeschaffung zeigt erstmals echte Anzeichen einer Verbesserung, während die US-Daten den Zinspfad der Fed komplexer machen.
Britische Personalvermittler sehen echte Wende
Die Recruitment and Employment Confederation (REC), eine britische Interessenvertretung für Personalvermittlungen, und das Wirtschaftsprüfungsunternehmen KPMG beobachten die Entwicklung der dauerhaften Neueinstellungen jeden Monat. Ihr Index stieg im August auf 50,5 nach einem neutralen Wert von 50,0 im Juli. Dies ist der erste Wert über der Neutral-Linie seit fast vier Jahren.
Temporäre Arbeitsvermittlungen wuchsen zudem im zweitschnellsten Tempo seit mehr als drei Jahren.
Die Zahl offener Stellen ging weiter zurück, jedoch mit der zweitniedrigsten Rückgangsrate seit fast zwei Jahren. Gleichzeitig stieg das Angebot an verfügbaren Bewerbern so stark wie seit drei Monaten nicht mehr, teilweise wegen Entlassungen. Anfangsgehälter für dauerhafte Stellen wuchsen so stark wie seit Januar nicht mehr.
US-Daten erschweren die Fed-Entscheidung im September
Auf der anderen Seite des Atlantiks haben US-Arbeitgeber im August 162.000 Arbeitsplätze geschaffen. Das sind mehr als doppelt so viele wie die von Ökonomen erwarteten 65.000. Die Arbeitslosenquote blieb bei 4,1%.
Das Lohnwachstum verlangsamte sich jedoch auf 3,1% auf Jahresbasis, den niedrigsten Wert seit fünf Jahren, obwohl Zuwächse in immer mehr Branchen erzielt wurden.
Diese überraschende Stärke testete die zuvor beruhigte Marktstimmung nach dem Zinssignal von Fed-Mitglied Waller zu Wochenbeginn. US-Aktien gaben nach: Der S&P 500 sank um bis zu 0,4% und der Dow Jones Industrial Average fiel zwischenzeitlich um über 260 Punkte, bevor Teile der Verluste wieder aufgeholt wurden.
Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung bei der nächsten Fed-Sitzung, gemessen am FedWatch-Tool der CME als Indikator für erwartete Zinsschritte, stieg auf knapp unter 60%.
Auch Bitcoin (BTC) reagierte auf die Entwicklung. Der Token hatte vor dem Bericht die Marke von 80.000 USD überschritten, fiel danach allerdings um bis zu 3,5% auf 78.649 USD.
Die Entscheidung der Fed über den Leitzins steht am 16. September an. Kommt es zu einer Erhöhung, würde eine straffere Geldpolitik gleichzeitig auf beiden Seiten des Atlantiks einsetzen. Damit würde sich zeigen, ob die fragile britische Arbeitsmarkt-Erholung und die zinssensible Wall-Street-Rallye dem gleichen Druck standhalten.
Der Beitrag Britischer Arbeitsmarkt erholt sich, starke US-Daten: Steht eine weitere Zinserhöhung der Fed bevor? erschien zuerst auf BeInCrypto - Krypto News.
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