Als der Zinssatz für die US-10-jährige Treasury-Anleihe zuletzt bei fast 6% lag, gab es Bitcoin noch nicht; das war im April 2000
Damals war das Jahr 2000, ungefähr acht Jahre bevor Satoshi Nakamoto das Whitepaper für Bitcoin veröffentlichte. Nun erwartet ein erfahrener Marktstratege, dass die Zinssätze bald wieder diesen Bereich erreichen könnten.
Zinsen könnten auf 6,07% steigen
Rick Bensignor, der Gründer von Bensignor Investment Strategies, sagte im Gespräch mit CNBCs „Closing Bell Overtime”, dass die Rendite der 10-jährigen Anleihe auf 6,07% steigen könnte.
Dieses Ziel liegt deutlich über dem aktuellen Wert von etwa 4,78%. Er verwies auf eine mehrjährige Aufwärtstrendlinie. Zudem zeigte ein gleitender 200-Wochen-Durchschnitt das jüngste Tief bei etwa 4%.
Bensignor sagt, dass die historische Bandbreite groß ist. Anfang der 1980er Jahre lag der Höchstwert der 10-jährigen Anleihe bei 15,8%. Der niedrigste Wert lag bei etwa 40 Basispunkten.
Das macht 8,11% zum Mittelwert. Bensignor erwartet jedoch keine Rückkehr zu diesem Wert. Allerdings sieht er selbst 5,6% bereits als mögliches Mindestziel an. Seine erste eigene Hypothek lag im Jahr 1987 sogar über 7%.
Er ist der Meinung, dass heutige Kreditnehmer unterschätzen, wie stark Zinsen steigen können.
Was höhere Zinsen für Bitcoin bedeuten
Bitcoin wurde noch nie in einem solchen Treasury-Markt gehandelt. Steigende Zinssätze führen normalerweise dazu, dass Kapital in sichere, ertragsbringende Vermögenswerte fließt. Geld wird aus spekulativen Anlagen abgezogen. Daher steht das Narrativ rund um die Entwertung durch US-Schulden unter Druck. Dieses Narrativ verbindet den Bitcoin-Kurs mit den Sorgen um die US-Verschuldung.
Dieses Narrativ steht bereits in der Kritik. Die US-Staatsschulden überschreiten 40 Billionen USD. Dennoch bewegt sich Bitcoin bei etwa 80.138 USD und bleibt damit rund 37% unter seinem Rekordhoch. Sollten die Zinsen weiter steigen, während Bitcoin seitwärts tendiert, könnte sich diese Lücke vergrößern. Damit würde die Differenz zwischen Angst vor Schulden und dem Bitcoin-Kurs zunehmen.
Das Gegenargument ist, dass die Zinsen aus unterschiedlichen Gründen steigen können. Sowohl Inflation als auch finanzielle Belastungen könnten zu höheren Renditen führen, ohne dabei die Argumentation rund um die Knappheit von Bitcoin zu schwächen. Zudem kann stärkeres Wachstum die Renditen treiben, wobei dann Liquidität von riskanten Vermögenswerten abgezogen wird. Jüngste Unruhen am Anleihenmarkt zeigen, wie schnell stark steigende Zinsen andere Märkte beeinflussen können.
Bensignors Prognose bezieht sich nicht auf die nächste Woche. Dennoch steigt die 10-jährige Rendite in einen Bereich, in dem Bitcoin noch nie gehandelt wurde. In nächster Zeit wird sich zeigen, ob BTC wie digitales Gold oder wie ein zinssensibler Risiko-Asset reagiert.
Der Beitrag Das letzte Mal lagen die Treasury-Renditen bei 6%, Bitcoin gab es noch nicht: Was passiert, wenn sie dieses Niveau wieder erreichen? erschien zuerst auf BeInCrypto - Krypto News.
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