Die Intel-Aktie (INTC) fiel am Freitag um 5,14% und schloss nahe dem Tagestief. Sie rutschte zudem am frühen Montag im Handel weiter ab, nachdem Nvidia einen neuen Chip vorstellte, der direkt auf Intels Kerngeschäft abzielt.
Dieser Rückgang beendete eine der heißesten Rallyes im Jahr 2026. Allerdings begann der Verkaufsdruck bereits vor der Nvidia-Nachricht, und die institutionellen Gelder, die diesen Anstieg getragen hatten, zogen sich bereits zurück.
Aktienkurs bricht ein: Nvidia stiehlt Intels AI-Moment
Intel legte 2026 eine massive Rallye hin, stieg von einem Tief Ende März nahe 40 USD auf ein Hoch von fast 133 USD am 11. Mai, was einem Gewinn von mehr als 230% entspricht.
Der Kurs sammelte sich in einer „Bull Flag”, einer Pause entgegen dem Trend, bevor es in Richtung Trend weiterging und brach etwa am 20. Mai aus. Der Ausbruch setzte sich jedoch nicht fort, sondern stagnierte.
Am Freitag fiel die Aktie dann um 5,14% bei einem Handelsvolumen von rund 191,68 Millionen Aktien, deutlich über dem Durchschnitt, wobei das Verkaufsvolumen zum Absturz stetig anstieg. Dieses Muster spricht für Gewinnmitnahmen nach einem vertikalen Anstieg und nicht für frische Akkumulation.
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Der Auslöser erfolgte bei der Computex. Nvidia stellte seinen RTX Spark Superchip vor, einen Arm-basierten Prozessor mit Blackwell-GPU für Windows-Laptops und -Desktops, der im Herbst bei Dell, HP, Microsoft, Lenovo, ASUS und MSI erscheint.
Trader könnten dies als Angriff auf Intels Dominanz bei PC-Prozessoren interpretieren, und die INTC-Aktie eröffnete mit einer Kurslücke nach unten.
Intel präsentierte am selben Tag seine eigene Crescent Island AI-GPU, doch erste Muster werden erst in einigen Monaten erwartet. Dies konnte den Rückschlag nicht ausgleichen.
Ob institutionelle Investoren die Nachrichten als Ausstieg nutzen, ist nun die nächste Frage.
Institutionelle Flüsse lassen nach: Morgan Stanley sieht Kundenlücke
Die Geldflüsse untergraben derzeit jede Hoffnung auf eine Gegenbewegung, obwohl das „Bull Flag”-Muster noch Bestand hat. Der Chaikin Money Flow (CMF), ein Indikator für den institutionellen Kauf- und Verkaufsdruck, hat nachgegeben, obwohl der Kurs lange auf hohem Niveau blieb.
Zwischen dem 18. Mai und dem 29. Mai stieg der Intel-Aktienkurs weiter an, während der CMF sank. Der Wert fiel auf 0,13 und liegt nun auf einer ansteigenden Trendlinie. Sollte diese Trendlinie brechen, während der Kurs nachgibt, könnte sich der Einbruch verstärken.
Auch die Fundamentaldaten rechtfertigen diese Vorsicht. Morgan Stanley schätzt die Ausbeute von Intels 18A-Prozess auf etwa 50% und betont, dass Apple aktuell der einzige Kunde mit Vertrag ist. Dies ist ein mageres Auftragsbuch für eine Fertigung, die als Intels Wendepunkt beworben wird.
Diese Lücke erklärt, warum in der Rallye eher Gewinne mitgenommen als neue Überzeugung akkumuliert wurde.
Eine naheliegende Frage ist, ob das Kapital einfach in Nvidia umgeschichtet wurde. Die Charts zeichnen hier ein anderes Bild. Nvidias CMF ist unter null gefallen, auf etwa minus 0,08, schwächer als Intels immer noch positiver Geldfluss. Institutionelle Investoren könnten sich daher momentan vom gesamten Sektor zurückziehen, anstatt lediglich umzuschichten.
Auch die Positionierung im Optionsmarkt erhöht das Risiko. Das Put-Call-Verhältnis, das bärische Put-Investitionen mit bullischen Call-Investitionen vergleicht, zeigt ein Volumenverhältnis von 0,60 und ein Open Interest-Verhältnis von 1,05. Das bedeutet, dass überfüllte Long-Positionen verwundbar sind, falls der Kurs weiter fällt.
Diese Marken bestimmen die weitere Richtung.
Intel: Kursmarken im Blick: 128 USD begrenzt die Erholung
Jetzt rücken die Kursmarken in den Fokus. Die erste wichtige Hürde für den Intel-Kurs liegt laut BeInCrypto-Analysten bei 128 USD.
Diese Einschätzung stimmt mit der einzigen bullischen Prognose aus dem Wall Street-Umfeld überein. Mizuho Securities bestätigte am 31. Mai eine Halteempfehlung, hob aber das Kursziel von 124 USD auf 128 USD an. Bei Barclays (65 auf 100 USD) und Wells Fargo (85 auf 110 USD) sehen Analysten dagegen weiteres Rückschlagpotenzial im Vergleich zum aktuellen Kurs.
Ein klarer Ausbruch über 128 USD, etwa 12 % höher als aktuell, könnte den Weg zu 136 USD und dann zu 144 USD öffnen. Das vollständige Kursziel der bullischen Flagge nahe einer 230-%-Ausdehnung erscheint jedoch angesichts des Wettbewerbsdrucks von Nvidia derzeit wenig realistisch.
Auf der Unterseite lauern Risiken für bestehende Long-Positionen. Ein Bruch unter 102 USD würde den Ausbruch deutlich schwächen und weitere Verluste bis etwa 64 USD möglich machen, falls bullische Optionen aufgelöst werden und der CMF weiter fällt.
Am 2. Juni hält Intels CEO Lip-Bu Tan eine Computex-Keynote, die das Sentiment sowohl positiv als auch negativ beeinflussen könnte.
Derzeit trennt die Marke von 128 USD eine bestätigte Erholung mit Ziel 144 USD von einer möglichen Korrektur, bei der viele Long-Positionen in einen raschen Rücksetzer bis 102 USD oder sogar tiefer umschlagen könnten.
Der Beitrag Intels Aktie verliert nach 200%-Rallye, Nvidia punktet vor wichtiger Keynote erschien zuerst auf BeInCrypto - Krypto News.