Strategy hat diese Woche keine Bitcoin gekauft, sondern Kapital genutzt, um rund 1,5 Milliarden USD der eigenen Wandelanleihen unter Nennwert zurückzukaufen.
Der Executive Chairman Michael Saylor sagte, dass diese Entscheidung nur vorübergehend sei. Er deutete an, dass das Bitcoin-Akkumulationsprogramm des Unternehmens bereits den nächsten Schritt vorbereitet.
Was sind die Anleihen von Strategy?
Die Wandelanleihen („convertible senior notes”) von Strategy sind Unternehmensanleihen ohne Zins, die 2029 fällig werden. Die Halter können sie in Unternehmensaktien umtauschen, wenn die Aktien von Strategy einen bestimmten Kurs überschreiten. Das Unternehmen nahm mit diesem Modell im November 2024 drei Milliarden USD ein und nutzte den Erlös fast vollständig, um Bitcoin (BTC) zu kaufen.
Der Rückkauf dieser Anleihen mit Abschlag hat zwei Vorteile: Zum einen werden künftige Verpflichtungen reduziert, zum anderen bekommt die Bilanz mehr Flexibilität vor der nächsten BTC-Akkumulation. Strategy zahlte ca. 1,38 Milliarden USD in bar, um Anleihen mit einem Nennwert von 1,5 Milliarden USD abzulösen, und erzielte dadurch eine Ersparnis von rund 120 Millionen USD. Die Gesellschaft hatte zuvor bereits einen Buchverlust im ersten Quartal 2026 von 12,5 Milliarden USD gemeldet, vor allem wegen nicht realisierter Bitcoin-Abschreibungen nach neuen Bilanzierungsregeln.
Auf X bezeichnete Saylor die Aktion in dieser Woche als bewusste Pause.
Die Metapher „BitVac” beschreibt die Bitcoin-Kaufmaschine von Strategy. Der langsamste BTC-Kauf von 2026 in dieser Woche deutete bereits auf eine kurzfristige Verlangsamung hin, deshalb ist die vollständige Pause zwar auffällig, aber nicht überraschend.
Am 24. Mai hält Strategy 843.738 BTC im Wert von etwa 64,45 Milliarden USD, der Durchschnittspreis liegt bei 75.701 USD pro Coin. Die Gesellschaft hat diese Bestände über 110 einzelne Käufe seit August 2020 aufgebaut. Das STRC-Aktienprogramm von Strategy konnte bei der BTC-Akkumulation häufig mit den ETF-Zuflüssen mithalten oder diese übertreffen.
Peter Schiff hat Bedenken zu einem möglichen MicroStrategy-„Todesspirale”-Risiko geäußert und argumentiert, dass das Modell dauerhafte BTC-Kurssteigerungen benötigt. Der Gold-Befürworter hat zudem vor den STRC-Hebelrisiken gewarnt und sieht die Struktur als nicht stabil an. Er könnte den Rückkauf der Anleihen daher als weiteres Anzeichen für finanzielle Probleme und nicht für eine sorgfältige Strategie bewerten.
Ob „BitVac” nun schon nächste Woche wieder aktiv wird oder das Schuldenmanagement weiter Vorrang hat, ist das wichtigste Signal für Investoren.
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