Ein Schusswechsel vor dem Weißen Haus am Samstag führte zu einer kurzfristigen Abriegelung des Präsidentenkomplexes und unterbrach ein wichtiges Verhandlungswochenende rund um ein mögliches Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran.
Der Vorfall ereignete sich nur wenige Stunden nachdem US-Präsident Trump erklärt hatte, ein Abkommen zur Beendigung des Krieges mit dem Iran sei „weitgehend ausgehandelt“.
Spannungen in Washington steigen
Laut Secret Service und mehreren US-Medienberichten eröffnete ein Schütze kurz nach 18 Uhr Ortszeit an einem Sicherheitskontrollpunkt in der 17th Street und Pennsylvania Avenue NW das Feuer. Secret Service-Agenten erwiderten das Feuer und verletzten dabei den Verdächtigen. Auch eine unbeteiligte Person wurde Medienberichten zufolge verletzt.
Der Nordrasen des Weißen Hauses wurde evakuiert, während Reporter eilig in den Pressekonferenzraum gebracht wurden. Vor Ort anwesende Journalisten berichteten, zwischen 15 und 30 Schüsse gehört zu haben. Die Abriegelung wurde weniger als eine Stunde später aufgehoben.
Das FBI unterstützt die Secret Service-Ermittlungen. Die Behörden teilten mit, dass der Verdächtige zuvor mit einem „Fernhaltegebot“ in Verbindung mit dem Weißen Haus belegt war. Ein Motiv wurde bislang nicht offiziell bestätigt.
Diese Sicherheitslage entwickelte sich an einem der politisch sensibelsten Wochenenden während Trumps Präsidentschaft.
US-Iran-Abkommen im Fokus?
Früher am Tag hatte Trump bekannt gegeben, dass ein Rahmenabkommen mit dem Iran kurz vor dem Abschluss stehe. Auch eine erneute Öffnung der Straße von Hormus sei Teil der Verhandlungen, sagte er.
Das geplante Abkommen wird unter anderem von Pakistan und den Golfstaaten vermittelt, nachdem es in den letzten Monaten zu Konflikten infolge von US- und israelischen Angriffen auf den Iran im Februar gekommen war. Allerdings bestehen laut Berichten weiterhin zentrale Meinungsverschiedenheiten in Bezug auf die Aufhebung von Sanktionen, das iranische Nuklearprogramm und langfristige Durchsetzungsregelungen.
Der Schusswechsel am Samstag verstärkt zudem die wachsenden Sicherheitsbedenken rund um Trump und das Weiße Haus.
Der Vorfall folgt auf die Schüsse beim White House Correspondents’ Dinner im April 2026 sowie eine weitere bewaffnete Auseinandersetzung mit Secret Service-Agenten in der Nähe der National Mall Anfang dieses Monats.
Die Finanzmärkte reagierten zunächst positiv auf Trumps Iran-Aussagen im Verlauf des Tages, wobei der Bitcoin-Kurs nach einem einmonatigen Tief unter 75.000 USD wieder stieg und mehrere Altcoins deutlich zulegen konnten. Allerdings sorgte der Schusswechsel am Weißen Haus für neue Unsicherheit in einer bereits angespannten politischen Lage.
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