Tesla (TSLA) gibt heute nach Börsenschluss in den USA die Zahlen für das zweite Quartal bekannt. Investoren wissen bereits, wie viele Autos verkauft wurden, daher wird vor allem auf den Gewinn geachtet.
Die Analysten an der Wall Street erwarten, dass der Gewinn je Aktie im Vergleich zum Vorquartal deutlich steigt. Allerdings sind viele der positiven Nachrichten von Tesla bereits vor einigen Wochen veröffentlicht worden.
Was die Wall Street erwartet
Schätzungen der Analysten liegen zwischen 0,50 und 0,55 USD je Aktie. Das wäre ein deutlicher Anstieg gegenüber den 0,41 USD je Aktie, die Tesla im ersten Quartal erzielt hat.
Die Umsatzprognosen bewegen sich zwischen rund 25,7 Milliarden und 27,6 Milliarden USD. Damit würde der Umsatz im Vergleich zu den 22,39 Milliarden USD im vorherigen Quartal steigen.
Die Ergebnisse von Tesla waren in den letzten Quartalen schwankend. Nach Daten von Zacks Investment Research hat das Unternehmen in sechs der vergangenen zehn Quartale die Erwartungen verfehlt. Dennoch wurden die Schätzungen in den letzten beiden Quartalen jeweils deutlich übertroffen, im Durchschnitt lag die Überraschung in den letzten vier Quartalen bei 5,48%.
Warum die Auslieferungszahlen die Aktie kaum bewegen dürften
Tesla hat Investoren bereits mitgeteilt, dass im zweiten Quartal 480.126 Fahrzeuge ausgeliefert wurden. Das sind 25% mehr als vor einem Jahr und deutlich mehr als die etwa 406.000 Fahrzeuge, die Analysten erwartet hatten.
Auch die ausgelieferten Energiespeicher sind um mehr als 40% gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Da diese Zahlen bereits vor einigen Wochen veröffentlicht wurden, dürften sie schon im Tesla-Kurs eingepreist sein.
Was die Aktie tatsächlich bewegen könnte
Besonders genau werden Investoren die operative Marge im Automobilgeschäft betrachten, ohne Berücksichtigung regulatorischer Emissionsgutschriften. Tesla verdient diese Gutschriften, indem das Unternehmen Emissionsgrenzen unterschreitet und verkauft sie dann an andere Autohersteller, die sie nicht erfüllen.
Schätzungen gehen davon aus, dass die Marge auf etwa 18,1% sinken könnte, nach 19,2% im ersten Quartal. Preisnachlässe und günstige Finanzierungsangebote könnten für den Rückgang verantwortlich sein.
Investoren warten zudem auf Neuigkeiten zu drei Themen: den Start des Cybercab-Robotaxi, das Full-Self-Driving-Softwarepaket und die Investitionen in KI-Infrastruktur. Die Analysten fassen die Lage klar zusammen.
Eine stärkere Performance im Automobilgeschäft dürfte Teslas kurzfristige Gewinne anheben und damit auch die Finanzierung der KI-Investitionen erleichtern. Doch die tatsächlichen Kurstreiber bleiben nach Ansicht von Analysten bei Morgan Stanley und Barclays die Entwicklungen bei Robotaxi, Full Self-Driving und Optimus.
Teslas Übertreffen der Gewinnerwartungen im ersten Quartal fiel zusammen mit einer Investition von 2 Milliarden USD in Elon Musks Unternehmen SpaceX, das selbst einen deutlichen Kursrückgang erlebt hat. Der Bericht erscheint mitten in der laufenden Bilanzsaison großer Unternehmen, nachdem große Banken Anfang des Monats starke Zahlen gemeldet haben.
Fazit
An den Optionen-Märkten wird eine Bewegung von etwa 6% bis 8% in beide Richtungen nach Bekanntgabe der Zahlen erwartet. Übertrifft Tesla bei der Marge und nennt einen klaren Zeitplan für das Robotaxi, könnte dies die Aktie stützen. Gibt es dagegen nur allgemeine Aussagen zur Autonomie, reichen auch gute Überschriften vermutlich nicht für einen Kursimpuls aus.
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